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Trennkost |
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"Sie haben drei Wünsche frei", sprach die gute Fee, "und Sie haben sich gewünscht,
Die Fee hat recht, sag ich Ihnen, und
ich weiss, wovon ich rede: Ich wollte gar nicht abnehmen,
hab nur aus Neugier die leckeren
Trennkostmahlzeiten meiner Frau mitgegessen und ansonsten
die Trennkostregeln eher lässig
gehandhabt, bis ich plötzlich merkte, wie gut mir die
Nahrungsumstellung bekam:
Sie sehen schon: Trennkost ist keine einmalige Diät, mit der Sie sich diese Woche fünf Kilo abhungern, die Sie nächste Woche schon wieder drauf haben. Trennkost ist eine Ernährungsform auf Dauer, mit einer kleinen, aber wichtigen Umstellung Ihrer Essgewohnheiten. Wie funktioniert Trennkost?
Das ist der Trick. Bei Trenn-Kost wird die Kost getrennt in drei Gruppen (der Übersichtlichkeit wegen ist die Liste* hier gekürzt):
Bitte kombinieren Sie immer nur zwei Nachbargruppen: Proteine und Neutrales, oder Neutrales und Kohlehydrate.
Niemals kombinieren Sie die beiden äusseren Gruppen: Essen Sie nie Proteine und Kohlehydrate gleichzeitig.
Nacheinander darf man's natürlich. Der Körper braucht ja beides, aber alles zu seiner Zeit: Zwischen der Einnahme einer proteinhaltigen und einer kohlehydrathaltigen Speise sollen mindestens drei Stunden liegen um sicherzugehen, dass die eine Speise erst auf ihre Weise richtig verdaut wurde, bevor die nächste kommt und auf eine andere Weise verdaut werden muss. Warum funktioniert Trennkost? Trennkost entspricht der Biochemie unseres Körpers, der trennt nämlich selbst Proteine und Kohlehydrate und bereitet sie an verschiedenen Stationen und auf verschiedene Weise für die Verdauung auf: Kohlehydrate werden im Mund verarbeitet mit Hilfe des basischen Speichels, Proteine werden im Magen verarbeitet mit Hilfe des sauren Magensaftes. Die Biochemie bei Trennkost Schon wenn uns beim ersten Blick auf den Teller "das Wasser im Munde zusammenläuft", hat der Körper sich für eine dieser beiden Verarbeitungsmethoden entschieden und Speichel und Magensaft auf die erwartete Speise vorbereitet:
Die Biochemie bei Mischkost Bekommt der Körper nun Proteine und Kohlehydrate gleichzeitig, ist der Verdauungsvorgang komplizierter, benötigt mehr Zeit, und doch wird die Speise in der Regel nicht vollständig durcharbeitet:
Darum: Trennkost! Trennkost dagegen bietet dem Körper nur Nahrung für einen der beiden natürlichen Verdauungsvorgänge an: Vom "Wasser-im-Mund-Zusammenlaufen", also der ersten Körperreaktion auf die angebotene Mahlzeit, bis zur endgültigen Verdauung im Darm folgt alles derselben Methode: Die Speise wird richtig aufbereitet, verlässt den Magen in maximal zwei Stunden, wird gründlich verdaut und einmal täglich ausgeschieden. Man fühlt sich leicht, frisch und gesund ... Wie lange schon gibt es Trennkost? Das Trennkost-Prinzip wurde vor rund siebzig Jahren in den USA von Dr.Howard Hay entwickelt und hat seitdem weltweit Anhänger gefunden. Im Laufe neuer medizinischer Erkenntnisse wurde es immer wieder modifiziert, optimiert und spezialisiert, und heute reicht das Anwendungsspektrum von medizinischen Trennkost-Heilverfahren über vegetarische und Vollwertkost-Varianten sowie regionale Ausprägungen, die besondere Essgewohnheiten ihrer Länder berücksichtigen, bis zu modischen Wellness-Versionen wie "Fit for Life" und "Wake Up". Aber Trennkost ist, denke ich, noch viel älter als all diese neuzeitlichen Entwicklungen: Entwicklungsgeschichtlich sind wir alle Trennköstler Wenn wir mal davon ausgehen, dass die Menschheit etwa 1.000.000 Jahre alt ist, dann sind wir, bevor wir vor etwa 10.000 Jahren als Bauern und Viehzüchter sesshaft wurden, für 990.000 Jahre, also für 99% unserer gesamten Evolution, umherstreunende Sammler und Jäger gewesen, die von der Hand in den Mund lebten und sich den Bauch vollschlugen mit dem, was sie gerade fanden: Vormittags vielleicht Beeren, nachmittags Nüsse, am nächsten Tag grub man essbare Wurzeln aus, und dann erlegten die Jäger einen Wisent, dessen Fleisch für viele Tage reichte ... Das war reine Trennkost, von der wir fast unsere ganze Entwicklungsgeschichte hindurch gelebt haben. Wir hatten gar keine andere Wahl: Dass in der urzeitlichen Wildnis Proteine und Kohlehydrate zu gleichen Zeit, am gleichen Ort zu finden waren, dürfte höchst selten vorgekommen sein; in aller Regel wird die Nahrung der Steinzeithorde, wie oben skizziert, aus jeweils einem Naturprodukt bestanden haben, das längst verdaut war, wenn man dann, Stunden später, etwas anderes fand. Also entwickelten sich unsere Organe speziell für die getrennte und jeweils optimale Auswertung von Proteinen bzw. Kohlehydraten. Auch wenn im letzten 1% unserer Evolution durch Vorratswirtschaft, Getreideanbau und Viehhaltung nun auch Mischkost möglich wurde und heutzutage allgemein üblich geworden ist entwicklungsgeschichtlich sind wir alle Trennköstler! Kinder sind spontane Trennköstler Nach der Theorie, dass der Mensch im Laufe seines Lebens die ganze Entwicklungsgeschichte der Menschheit vom Einzeller bis zum Homo Sapiens wiederholt, ist hier vielleicht das spontane Essverhalten von Kindern sehr aufschlussreich: Vielleicht haben Sie auch schon mal beobachtet, dass Kinder ganz oft von sich aus Trennkost praktizieren: Sie können sich an Nudeln mit Sosse und Gemüse satt essen und verschmähen die dazu angebotene Frikadelle, oder sie schieben die Kartoffeln beiseite und essen nur die gebratenen Hähnchenflügel und Salat dazu. Erst wir Erwachsenen mit unseren Benimm-Regeln bringen sie dazu, dass man immer von allem etwas nehmen und dann den Teller auch leer essen muss ... Aber vielleicht sind die Kinder da klüger als wir? Vielleicht haben sie noch ein ursprünglicheres Verhältnis zu ihrem Körper und wissen selber viel besser als wir, was ihnen bekommt? Trennkost-Kritik
Im Sommer 2001 hat eine deutsche Zeitschrift*
die zwanzig
populärsten Diäten untersucht und an der
Trennkost-Methode kritisiert,
die oben skizzierten "Hayschen
Verdauungsgesetze" seien "nicht haltbar", und "für den
Alltag" sei "die Trennkost zu kompliziert".
Dr.Hay's Verdauungsgesetze Die Hayschen Verdauungsgesetze sind von Anfang an kontrovers diskutiert worden. Über kaum eine andere Ernährungsform sind so viele Bücher geschrieben worden wie über Trennkost. Doch der ganze Disput führt zu nichts: Solange die Wirkungen, Reaktionen und Wechselwirkungen der Fermente und Enzyme in unserem Körper nicht vollständig erforscht sind, wird man Dr.Hay's Verdauungsgesetze wissenschaftlich einwandfrei weder beweisen noch widerlegen können. Wir halten uns besser an die Fakten, die wir kontrollieren und messen können: Der Abbau überflüssiger Pfunde und die Abnahme von Verdauungsstörungen sind unbestreitbare und messbare Erfolge dieser Methode. Und solange die Kritiker selber keine plausiblere Erklärung für diese Erfolge vorlegen, bleiben die Hayschen Verdauungsgesetze die einzige brauchbare medizinische Hypothese über die Wirkungsweise von Trennkost. Ist Trennkost zu kompliziert? Dass Trennkost "für den Alltag ... zu kompliziert" sei, verneint meine Frau energisch und sie muss es wissen, denn sie kocht seit langem permanent abwechslungsreiche und schmackhafte Trennkostgerichte. Klar, als Trennkost-Köchin muss man schon einige alte Kochgewohnheiten ändern, sagt sie, und wissen, was nach Trennkostregeln zusammenpasst, aber bald ist die neue Zusammenstellung und Zubereitung der Mahlzeiten genau so zur Gewohnheit geworden. Ich als Trennkost-Esser komme dagegen mit ein paar Faustregeln aus: Fleisch und Kartoffeln muss ich trennen, Fisch und Reis passen nicht zusammen, und Nudeln und Schaschlik ebenso wenig wie Bockwurst und Brötchen. Also lasse ich im Restaurant Kartoffeln, Nudeln und Reis auf dem Teller und esse mich an Fleisch und Gemüse satt, und in der Not schmeckt die Wurst auch ohne Brot. Ist das zu kompliziert? Bietet Trennkost eine ausgewogene Ernährung? Wer wie das viel zitierte Gutachten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung der Trennkost eine mangelnde Ausgewogenheit in der Ernährung vorwirft, vermengt zwei Konzepte, die nichts miteinander zu tun haben, auch wenn beide auf den Begründer der modernen Trennkost-Bewegung Dr.Hay zurückgehen und deshalb auch von manchen heutigen Trennkost-Schulen noch nicht klar auseinandergehalten werden. Konzept Nr.1 ist die hier ausführlich dargestellte Trennkost-Ernährung mit der Trennung von Proteinen und Kohlehydraten. Dagegen ist ernährungsphysiologisch überhaupt nichts einzuwenden, solange Kohlehydrat- und Protein-Mahlzeiten in abwechslungsreicher Folge eingenommen werden: Diese Ernährungsweise bietet, insgesamt gesehen, an Proteinen, Kohlehydraten und allen anderen lebenswichtigen Nährstoffen genau so viel wie die "normale" Mischkost-Ernährung, nur eben jeweils in verdauungsfreundlicher Zusammensetzung, und dazu durch den vergleichsweise hohen Konsum von Obst und Gemüse noch ein deutliches Plus an Mineralstoffen und Vitaminen. Konzept Nr.2 allerdings gibt tatsächlich Anlass zu Zweifel und Kritik: Dr.Hay hatte sich mit extrem säurearmer Ernährung selbst von seinem damals als unheilbar geltenden Nierenleiden befreit und glaubte nun, auch fast alle sonstigen Krankheiten einschliesslich Krebs vermeiden bzw. heilen zu können, wenn nur eine "Übersäuerung des Körpers" verhindert würde. Dazu empfahl er eine Ernährung, die zu 80% aus basenbildenden Lebensmitteln wie rohem Obst und Gemüse und zu 20% aus säurebildenden Lebensmitteln wie Zucker, Kartoffeln, Brot und anderen Getreideprodukten, Eiern, Käse, Fleisch, Fisch usw. zusammengesetzt ist. Hier sehen die Kritiker, wohl zu Recht, die Gefahr einer Unterversorgung des Körpers mit Kalzium, Eisen, Jod, B-Vitaminen, Getreideballaststoffen, tierischem Eiweiss usw. und führen überdies ins Feld, dass die These von der "Übersäuerung", die ein gesunder Körper ohnehin selbstregulierend durch Ausscheidung und Atmung wirksam verhindere, ebenso überzogen ist wie der Anspruch, fast alle Krankheiten durch säurearme Kost heilen zu wollen. Allerdings zielt ihre ganze Kritik immer nur auf dieses fragwürdige Konzept Nr.2, das mit restriktiven Ernährungsvorschriften vor einer angeblich drohenden "Übersäuerung" schützen soll und das hat nicht das geringste zu tun mit dem oben beschriebenen Trennkost-Konzept, das Ihnen eine vollwertige Ernährung ohne Einschränkungen erlaubt und lediglich deren Zusammenstellung im Sinne einer gesunden und naturgemässen Verdauung regelt. Weitere Informationen Meine Ausführungen über Trennkost sollten Ihnen nur Appetit machen, mehr nicht. Aber wenn es mir gelungen sein sollte, Ihnen die Trennkost hier als eine überzeugende, vernünftige, einfache und erfolgreiche Methode vorzustellen, um Gewichts- und Verdauungsprobleme zu lösen und das allgemeine Wohlbefinden zu heben, dann wünschen Sie nun vielleicht weitere Informationen. Im Internet finden Sie alles, was Sie brauchen: Ihre Suchmaschine wird Ihnen einige hundert deutschsprachige Web-Seiten zum Stichwort "trennkost" auflisten, und zum englischen Pendant "food+combining" brachte es www.altavista.com sogar auf 5312 Websites. Da gibt es Literaturtips, auch weitere Erfahrungsberichte aus erster Hand, Sie können dort in Trennkost-Kochrezepte hineinschnuppern, vielleicht möchten Sie auch die Hilfe eines Trennkost-Clubs in Anspruch nehmen oder Anleitung durch Trennkost-Seminare oder Trennkost-Fernkurse bekommen, eventuell auch die Nahrungsumstellung in einem Trennkost-Hotel beginnen ... Hier bleibt mir nun nur noch, Ihnen mit oder ohne Trennkost Gesundheit und Wohlergehen zu wünschen! © Kai Kracht 2001 Englische Übersetzung: Food Combining * Quellenangaben: Bitte auf den Stern am jeweiligen Zitat-Ende klicken! |