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Mütterchen Wolga hinab
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Vniz po matushkye po Volgye, po Volgye,
po shirokomu razdolyu, razdolyu,
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Mütterchen Wolga hinab,
auf der weiten Wasserfläche,
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razýgralasya pagoda, pagoda,
pagodushka vyershovaya, vyershovaya.
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da breitete sich ein Unwetter aus,
ein riesiges Unwetter.
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Nitshevo v volnakh nye vidno, nye vidno,
tolko lodotshka tshernyeyet, tshernyeyet.
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Nichts ist auf den Wogen zu sehen,
nur ein Boot schimmert schwarz.
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Tolko lodotshka tshernyeyet, tshernyeyet,
parusa na nyey byelyeyut, byelyeyut.
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Nur ein Boot schimmert schwarz,
seine Segel leuchten weiss.
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Na grebtsakh shapki tyemnyeyut, tyemnyeyut,
kushaki na nyikh alyeyut, alyeyut.
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Die Mützen der Ruderer sind dunkel,
und ihre Gürtel prangen rot.
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Sam khazyayin vo naryadye, naryadye,
v tshornom barchatnom kaftanye, kaftanye.
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Auch ihr Anführer ist fein gekleidet
in einen langen Mantel aus schwarzem Samt.
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Ush kak vzgavarit khazyayin, khazyayin:
"A mý gryanemtye, ribyata, ribyata,
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Nun hebt der Anführer an zu sprechen:
"Lasst unser Lied erschallen, Kinder,
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vniz po matushkye po Volgye, po Volgye
po shirokomu razdolyu, razdolyu."
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Mütterchen Wolga hinab,
über die weite Wasserfläche."
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Text und Melodie: Russisches Volkslied
Aussprache:
s = immer stimmlos, wie das s in "Glas"
/ z = stimmhaft, wie das s in "Glaser"
sh = stimmlos, wie das sch in "Tasche"
/ zh = stimmhaft, wie das g in "Etage"
kh = raues ch, wie in "ach"
/ weich, wie in "ich", nur vor "e" und "i"
y = leichtes j, wie in "Himalaya" /
ý = dumpfes i, zwischen ü und i
a, e, i, o, u, ý
= der unterstrichene Vokal kennzeichnet die betonte Silbe eines Wortes
Bearbeitung für Balalaika, Notensatz,
Transkription und sinngemässe Übersetzung: Kai Kracht
Anmerkung:
Dieses Lied wird langsam vorgetragen,
mit den gebundenen Tönen den
zunächst behäbigen Wellenschlag
der Wolga nachmalend,
der sich zur Strophenmitte hin steigert
und am Ende wieder beruhigt und verebbend leise ausklingt.
Die kühnen Männer, die in ihrem kleinen
Segelboot dem Unwetter trotzen,
sind sicher keine gewöhnlichen Wolgaschiffer.
Sie sind wichtig, denn ihnen zu Ehren
wird dieses Lied gesungen, und
sie tragen eine einheitliche, kostbare Kleidung,
die das Lied auffallend genau beschreibt
- vielleicht, um so mitzuteilen,
wer diese Männer waren,
weil es möglicherweise nicht opportun war,
sie direkt beim Namen zu nennen.
In einer deutschen Text-Nachdichtung
werden sie als Räuber bezeichnet.
Aber wegen der wohlwollenden,
verschlüsselten Beschreibung
vermute ich eher,
dass es aufständische Kosaken sind,
und der Anführer im langen Samtmantel
ist möglicherweise der Donkosaken-Ataman Stenka Rasin,
der im 17.Jahrhundert den grössten Bauernaufstand
der russischen Geschichte anführte
und zeitweise auch auf der Wolga eine Flotte befehligte.
© Kai Kracht 2002
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