Abendglocken

 
     
 

Vetsherni zvon,
vetsherni zvon,
kak mnoga dum
navodit on ...

Der Klang der Abendglocken,
der Klang der Abendglocken,
wie viele Gedanken
ruft er hervor ...

 
 

O yunýkh dnyakh
f krayu radnom,
gdye ya lubyil,
gdye otshi dom.

Über die Tage der Jugend
im heimatlichen Kreise,
wo ich liebte,
wo mein Vaterhaus stand.

 
 

I kak ya, snim
navyek prastyas,
tam slýshal zvon
f pasledni ras.

Und wie ich, von ihm
für immer Abschied nehmend,
dort den Klang
zum letzten Mal hörte.

 
 

I skolkikh nyet
uzhe v zhivýkh,
tagda vesyolýkh
maladýkh.

Und wie viele
schon nicht mehr am Leben sind,
die damals fröhlich
und jung waren.

 
 

I krepok ikh
magilný son,
nye slýshen im
vetsherni zvon.

Fest ist
ihr Schlaf im Grabe,
sie hören nicht mehr
den Klang der Abendglocken.

 
     
 


Text: I. Koslov
Melodie: Volksweise
Aussprache:
       s = immer stimmlos, wie das s in "Glas" / z = stimmhaft, wie das s in "Glaser"
       sh = stimmlos, wie das sch in "Tasche" / zh = stimmhaft, wie das g in "Etage"
       kh = raues ch, wie in "ach" / weich, wie in "ich", nur vor "e" und "i"
       y = leichtes j, wie in "Himalaya" / ý = dumpfes i, zwischen ü und i
       a, e, i, o, u, ý = der unterstrichene Vokal kennzeichnet die betonte Silbe eines Wortes
Transkription und sinngemässe Übersetzung: Kai Kracht
Anmerkung:
       Seit Serge Jaroffs Donkosaken-Chor vor etwa fünfzig Jahren die "Abendglocken" in der westlichen Welt bekannt gemacht hat, gehört dieses Lied – neben "Kalinka", den "Wolgaschleppern" und "Stenka Rasin" – bei uns zu den populärsten russischen Volksliedern.
© Kai Kracht 2002