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Kasanka
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Vdol da po ryetshke,
vdol da po Kazanke
sizý syelezyen plývyot,
aida lyuli lyuli,
aida lyuli lyuli,
sizý syelezyen plývyot.
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Dort auf dem Flüsschen,
dort auf der Kasanka
da schwimmt ein graublauer Enterich,
aida Ljuli Ljuli, aida Ljuli Ljuli,
da schwimmt ein graublauer Enterich.
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Vdol da po byereshku,
vdol da po krutomu,
dobrý maladyets idyot,
aida lyuli lyuli,
aida lyuli lyuli,
dobrý maladyets idyot.
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Dort auf dem Üferchen,
dort auf dem steilen,
da geht ein guter Bursche,
aida Ljuli Ljuli, aida Ljuli Ljuli,
da geht ein guter Bursche.
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Sam on so kudryami,
sam on so rusými,
razgavarivayet on,
aida lyuli lyuli,
aida lyuli lyuli,
razgavarivayet on:
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Er hat Locken,
dunkelblonde Locken,
und er spricht,
aida Ljuli Ljuli, aida Ljuli Ljuli,
und er spricht:
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"Komuzh mayi kudrý,
komuzh mayi rusý
dostanutsya rastshesat',
aida lyuli lyuli,
aida lyuli lyuli,
dostanutsya rastshesat'?"
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"Wem nur werden meine Locken,
meine dunkelblonden Locken
erlauben, sie zu kämmen,
aida Ljuli Ljuli, aida Ljuli Ljuli,
erlauben, sie zu kämmen?"
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Dostavalis kudrý,
dostavalis rusý
krasnoi dyevitse tshesat',
aida lyuli lyuli,
aida lyuli lyuli,
krasnoi dyevitse tshesat'.
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Da erlaubten die Locken,
die dunkelblonden Locken
einem hübschen Mädchen, sie zu kämmen,
aida Ljuli Ljuli, aida Ljuli Ljuli,
einem hübschen Mädchen, sie zu kämmen.
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Ana ikh i tsheshet,
ana ikh i gladit,
volos k volosu kladyot,
aida lyuli lyuli,
aida lyuli lyuli,
volos k volosu kladyot.
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Und sie kämmt sie,
und sie glättet sie,
und legt Haar zu Haar,
aida Ljuli Ljuli, aida Ljuli Ljuli,
und legt Haar zu Haar.
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Text und Melodie: Russisches Volkslied
Aussprache:
s = immer stimmlos, wie das s in "Glas"
/ z = stimmhaft, wie das s in "Glaser"
sh = stimmlos, wie das sch in "Tasche"
/ zh = stimmhaft, wie das g in "Etage"
kh = raues ch, wie in "ach"
/ weich, wie in "ich", nur vor "e" und "i"
y = leichtes j, wie in "Himalaya" /
ý = dumpfes i, zwischen ü und i
a, e, i, o, u, ý
= der unterstrichene Vokal kennzeichnet die betonte Silbe eines Wortes
Notensatz,
Transkription und sinngemässe Übersetzung: Kai Kracht
Anmerkung:
"Ljuli" ist offenbar der Name
einer altslawischen Göttin der Erde,
des Frühlings, der Liebe und Fruchtbarkeit
als die traditionelle Beschützerin
des russischen Bauernvolkes und der Verliebten
überstand sie die Christianisierung
und lebt heute noch fort
einer ganzen Reihe von Volksliedern,
in dem weithin bekannten "Kalinka" und auch in diesem Lied:
Der einsame Jüngling geht hinaus
in die freie Natur, wo er hofft, Ljuli zu finden.
Am Ufer der Kasanka, einem kleinen Flüsschen,
das bei der alten Tatarenhauptstadt Kasan
in die Wolga mündet,
klagt er Ljuli sein Leid,
dass er niemanden hat,
der ihn umsorgt und seine Locken kämmt
und prompt schickt die hilfreiche Liebesgöttin
ein hübsches junges Mädchen,
dem er sich mit Haut und Haar hingeben kann.
© Kai Kracht 2002
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