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Das Lied der Balalaika |
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Zur Aussprache der russischen Texte Natürlich müsste man russische Texte eigentlich kyrillisch schreiben; jede Umschrift mit lateinischen Buchstaben muss unzulänglich bleiben. Aber die hier verwendete internationale Schreibweise kommt der russischen Aussprache schon sehr nah, wenn man ihre Regeln kennt: a, e, i, o, u, b, d, f, g, k, l, m, n, p, t ... fast alle Buchstaben werden genau so ausgesprochen wie im Deutschen. Ausnahmen sind nur: r wird immer mit der Zungenspitze gerollt.
s
ist immer stimmlos, wie in "Glas",
sh
ist immer stimmlos,
wie im Deutschen das "sch" in "Tasche",
v klingt, wie in "Vase", immer stimmhaft wie ein deutsches "w".
kh
kennzeichnet international unseren "ch"-Laut,
rau wie in "ach" ausser
y kann in der international üblichen Schreibweise sowohl für den Vokal "dumpfes i" wie auch für den deutschen Konsonant-Laut "j" stehen. Das ist missverständlich, darum unterscheiden wir hier genauer: Ist der Vokal gemeint, schreiben wir «ý» mit Akzent, ist dagegen der "j"-Laut gemeint, schreiben wir ein einfaches «y»:
ý
wird hier immer als "dumpfes i" gesprochen;
genau genommen ist das ein Doppellaut,
der vom "ü" zum "i" gleitet:
Das "ü" klingt nur ganz kurz an,
das "i" ist betont:
y wird, wie in "Himalaya", wie ein leichtes "j" ausgesprochen. Wenn es hinter einem Konsonanten steht, dann verschmilzt es fast mit ihm - bei «nyet» z.B. klingt das, als wollte man ein «n» und ein «j» gleichzeitig aussprechen, und heraus kommt ein "nj" ein "weiches n" mit ganz leicht nachklingendem "j": «nyet» klingt wie "njet", «kyeks» wie "kjeks", «vyera» wie "vjera", und «tyekst» wie "tjekst". ' hat in der internationalen Umschrift praktisch dieselbe Funktion es erweicht den davorstehenden Konsonanten: «mat'» wird wie "matj" gesprochen, «tol'ko» wie "toljko, «gulyat'» wie "guljatj" ... a, e, i, o, u, ý die Unterstreichung kennzeichnet in mehrsilbigen Wörtern den betonten Vokal. Er wird im Russischen lang gesprochen und deutlich betont. Die Betonung ist im Russischen sehr wichtig; würde man sie verändern, bekäme das ganze Wort eine andere Aussprache und oft auch eine andere Bedeutung! Insgesamt wird das Russische weiter hinten im Rachen gesprochen als das Deutsche. Es klingt dadurch dumpfer, weicher, kraftvoller. Und das ist überhaupt der Grund, warum wir uns hier so mit der russischen Sprache abplagen: Das russische Volkslied lebt zu einem wesentlichen Teil aus dem Element seiner Sprache. Das Russische "klingt" eben anders als das Deutsche, und das Eigentümliche der russischen Sprache muss "mitklingen" im russischen Lied. Es gibt schöne, einfühlsame deutsche Nachdichtungen russischer Liedtexte, aber mit einem deutschen Text ist es kein russisches Lied mehr. Es "klingt" nicht mehr russisch, und oft geht noch mehr verloren als die Klangfarbe der Sprache:
kann man nicht einfach übersetzen und singen
ohne dem Lied die markante Rhythmik des russischen Textes zu rauben und es dazu durch Verpflanzung in einen anderen Kulturkreis, wo Wacholderschnaps bekannter ist als der Wacholderstrauch zur Trinkerhymne zu degradieren. Darum wird hier bewusst keine singbare deutsche Textfassung angeboten, nur eine wörtliche Übersetzung schliesslich sollte man wissen, was die Texte bedeuten. Aber singen muss man ein russisches Lied schon mit seinem russischen Text und, wenn man's kann, mit einer Balalaika begleiten nur dann ist es wirklich ein russisches Lied.
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